Laserchirurgie
Die Lasertechnologie hat in den 80er-Jahren Einzug in die Augenheilkunde gehalten.
Der Laser ist grundsätzlich kein mystisches Wundermittel, sondern eine Lichtquelle, welche hochenergetisches kohärentes Licht der gleichen Wellenlänge aussendet. Die kräftigen Lichtbündel können deshalb im sichtbaren Lichtbereich für allerhand optische Effekte genutzt werden, die man hautzutage aus jeder Show und Disco kennt. Der Vorteil einer solchen Lichtquelle ist die Genauigkeit das Auftreffpunktes (da die Wellen exakt gebündelt sind) und die physikalisch genau vorhersagbare Wirkung, da man die Wellenlänge kennt.
Der Laser eignet sich deshalb besonders gut zum Schneiden und Brennen, je nach Gewebe bzw. Material werden aber unterschiedliche Wellenlängen benötigt.
In der Augenheilkunde kennen wir folgende Laserarten:
- CO2
- Argon (grün und blau)
- Krypton
- Farbstoff
- Excimer
- Nd-YAG (auch frequenzverdoppelt)
- Er-YAG
- Femtosekundenlaser
CO2-Laser
CO2-Laser haben hautglättende Eigenschaften und ermöglichen das Schneiden im Gewebe, ohne dass es blutet. Sie werden besonders in der Haut- und Schönheitschirurgie verwendet.
Argon-Laser
Das Edelgas Argon hat eine Wellenlänge im Blaugrün- und Grünbereich, welche eine hervorragende Energieabsorption im Pigmentepithel der Netzhaut gewährleistet. Dieser Laser wird deshalb für Reperaturvorgänge auf der Netzhaut benutzt. Da solche Eingriffe recht häufig durchzuführen sind (siehe z.B. unter Diabetes und Auge, besitzen viele Augenärzte einen solchen Laser in der Privatpraxis.
Krypton- und Farbstoff-Laser
Krypton- und Farbstofflaser werden heute kaum mehr verwendet, es wird deshalb hier auf eine genaue Erläuterung verzichtet.
Excimer-Laser
Der Excimer-Laser ist die vorletzte Entwicklungstufe, die Lichtquelle im 192nm Bereich wird durch zwei Gase erzeugt (Excited Dimer). Der Lichtstrahl ist so hochenergetisch und dünn, dass man z.B. einen Schriftzug in ein Haar brennen kann.
Dieser Laser wird aufgrund seiner guten proteinverdampfenden Eigenschaften für die Hornhautchirurgie eingesetzt und hat diese wesentlich revolutioniert.
Er kann aber auch für andere chirurgische Verfahren eingesetzt werden (z.Zt. laufen Experimente zur Glaukom-Chirurgie).
Die neuesten Geräte, von denen die Augentagesklinik zusammen mit dem azz eines besitzt, arbeiten mit einer Frequenz von 1000 Hz (zum Vergleich: Bisherige gute Laser um die 50 bis 100 Hz) und ermöglichen im Gegensatz zur bisherigen LASIK eine No-Touch-Chirurgie ohne jegliche Berührung des Auges (es muss kein Lappen mehr aufgeschnitten werden, der Laser arbeitet transepithelial). Wenn Sie zu dieser hochmodernen Lasertechnologie mehr wissen möchten, können Sie hier mehr erfahren:
Besser Sehen ohne Brille
oder besuchen Sie die Homepage des azz:
www.augenlaser.ch
Nd-YAG- / Er-YAG-Laser
Die Yttrium-Aluminium-Granat-Laser (YAG), mit Neodymium oder Erbium dortiert, sind sogenannte Feststofflaser aus künstlich erzeugten Kristallen. Sie erzeugen einen konfokalen Strahl, der in einer bestimmten Distanz vor dem Laser sich in einem hochenergetischen Punkt konzentriert. Diese Voraussetzungen erlauben das kurzfristige Erzeugen von Plasma. Diese Eigenschaft wird z.B. beim Nd-YAG dazu benutzt, die beinahe durchsichtige Linsenkapsel zu zerschneiden, was bei einem sogenannten Nachstar notwendig ist.
Den gleichen Laser kann man auch für Eingriffe an der Iris (z.B. für die Glaukom-Chirurgie oder für die refraktive Kontaktlinsen-Implantation) verwenden.
Selbstverständlich steht ein solcher Laser auch in den Räumen der Augentagesklinik Sursee.
Femtosekundenlaser
Die allerneuste Entwicklung, wenn man so will, stellt der Femtosekundenlaser dar. Hier bewegen sich die Wellenimpulse im Bereich einer Milliardstelmilliardstel Sekunde (eben, Femtosekunde) mit extrem hoher Energie, welche am ebenfalls konfokalen Punkt des Auftreffens zu einer Mikroexplosion führt und damit das Gewebe (auf sehr kleinem Raum natürlich) zerreisst. Die Idee entstand, weil man in der Tiefe der Hornhaut ohne Messer schneiden wollte, was mit den neusten Geräten auch recht gut gelingt. Mit den neusten Geräten, die schneller und exakter arbeiten als noch vor Jahren, wurde tatsächlich die LASIK-Behandlung noch einmal verbessert, die Entwicklung geht aber weiter, wie die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Excimer-Chirurgie beweist (C-TEN: Costumized-Trans-Epithelial No-Touch). Die Augentagesklinik Sursee bzw. das azz haben sich deshalb dazu entschlossen, die Femtosekunden-Technologie zu überspringen.
Stimulationslaser
Ein völlig anderer Laser soll der Vollständigkeit halber hier auch noch erwähnt sein. Es handelt sich um den Stimulationslaser, welcher mit 532 nm Wellenlänge zur Aktivierung des Verteporfin (Visudyne®) benötigt wird. Dieser Laser hat eine schwache Energie mit relativ breitem Spot (Strahl), welcher dazu benötigt wird, bei feuchter Maculopathie das Visudyne, eine Substanz, die sich an pathologischen Gefässwänden anlagert, zu aktivieren, um die falschen Gefässe in der Macula zu verschliessen.
Seit der Einführung der Anti-VEGF-Therapien (Spritzen ins Auge) hat diese Therapie etwas an Aktualität verloren und wird nur noch in ganz seltenen Fällen angewendet.
Helium-Neon-Laser
Ebenfalls der Vollständigkeit halber sei noch der Helium-Neon-Laser vorgestellt, der auch sonst an vielen Orten für Messzwecke verwendet wird (z.B. im Baugewerbe). He-Ne-Laser liefern einen roten Strahl, welcher z.B. beim Excimer- und YAG-Laser, bei Pachymetriegeräten etc. zu Mess- und Einstellzwecken verwendet wird. Ein ähnliches Verfahren verwendet auch der IOL-Master®, ein Messgerät, welches mittels holografischer Daten die Stärke der Intraokularlinse berechnet. Die Energiedichte ist relativ niedrig, weshalb dieser Laser praktisch keinen Schaden anrichten kann. So werden Laserstrahlen die aus den beiden Edelgasen Helium und Neon generiert werden, auch z.B. in Zeigegeräten (Laserpointer) und in Discos verwendet.

