Augenklinik Sursee   Beratung und Behandlung in entspannter Atmosphäre
 

Die Kontaktlinse im Auge

(Linsenimplantation)

Augenoperation der Fehlsichtigkeit durch Einpflanzen einer Kunstlinse (Kontaktlinse im Auge).

Es handelt sich bei dieser Augenoperation um einen refraktiven Eingriff. Je nach Art der Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung = Astigmatismus) stehen unterschiedliche Linsentypen zur Verfügung.

Die ausführliche Voruntersuchung sowie das dazugehörige Patientengespräch führen zur Auswahl des geeigneten Linsentyps.

Bei einer Fehlsichtigkeit treffen die gebrochenen Lichtbündel entweder vor oder hinter der Netzhaut aufeinander, sodass auf der Netzhaut ein unscharfes Bild entsteht. Durch einen operativen (refraktiven) Eingriff wird der Verlauf der Lichtbündel so geändert, dass die Brennpunkte der gebrochenen Strahlen, wie bei einem Normalsichtigen, möglichst genau auf die Netzhaut zu liegen kommen.

Es besteht z.B. die Möglichkeit, eine«Artisan-Iris-Claw-Lens» in die Vorderkammer des Auges einzupflanzen. Mit dieser Methode können sowohl Weitsichtigkeit als auch Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmungen behandelt werden. Die Linse wird vor der Pupille in der Iris eingehängt. Dies wird völlig schmerzlos ertragen und kann mit der Fixation eines Bootes an zwei Bojen verglichen werden. Im Gegensatz zu anderen refraktiven Eingriffen (wie z.B. Excimer-Laser) sind bei der Implantation einer solchen Linse Korrekturen bis zu –25.0 Dptr. Kurzsichtigkeit und bis zu +10.0 Dptr. Weitsichtigkeit möglich. Ausserdem kann der Eingriff rückgängig gemacht werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Einpflanzung einer PRL (Phakic Refractive Lens) oder ICL (Intraocular-Contact-Lens) hinter der Pupille. Je nach Anatomie des Auges und konstruktiven Details der Kunstlinse schwimmt dieses Implantat im Auge zwischen natürlicher Linse und Irisrückfläche. Auch mit dieser Methode können relativ hohe Kurzsichtigkeiten und mittelgradige Weitsichtigkeiten korrigiert werden, die Korrektur einer Hornhautverkrümmung ist mit dieser Methode nicht möglich. Auch diese Eingriffe sind vollständig reversibel.

Vor der Augenoperation muss durch Ausmessen der Augenwerte die für Sie notwendige Linsenstärke berechnet werden. Alle diese Messmethoden weisen geringgradige Meßfehler auf, sodass die Korrekturgenauigkeit einer Brille in der Regel nicht erreicht werden kann. Es besteht aber eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Ihre tatsächliche Korrektur nach der Augenoperation +/- 1 Dptr. von der Zielkorrektur zu liegen kommt.

Operationsverlauf

Der Eingriff wird im Operationssaal in der Augentagesklinik Sursee durchgeführt. Dies erlaubt absolute Sterilität. Sie werden während einer sogenannten Kurzrauschnarkose eine Spritze in die Nähe des Auges erhalten, sodass sie während der Augenoperation überhaupt nichts spüren. Die Augenoperation selbst dauert circa eine halbe Stunde. Die Linse wird je nach ausgewähltem Typ vor der Pupille oder hinter der Pupille eingepflanzt. Je nach Augenoperation sind auch unterschiedliche vorbereitende Tropfen notwendig (Pupillenerweiterung oder Pupillenverengung). Die Artisan-Linse wird an den Iriskrausen befestigt, ohne die eigene Linse und die Hornhaut zu berühren. Die PRL und ICL werden hinter die Iris geführt, ohne Linse und Hornhaut zu berühren. Zur Vermeidung von Komplikationen, insbesondere Erhöhung des Augeninnendruckes, muss in die Iris ein kleines Löchlein gemacht werden. Dieses kann während der Augenoperation durchgeführt werden, wird jedoch häufig bereits vorgängig mittels eines kleinen Laserstrahls erledigt.

Nach der Augenoperation erhalten sie einen Verband aufs Auge, welcher für die erste Nacht verbleibt.

Probleme und mögliche Komplikationen

Nach der Augenoperation kann es zu einer Iritis (Regenbogenhautentzündung) kommen, welche jedoch im Normalfall problemlos abheilt (Gabe entsprechender Augentropfen). Am ersten Tag nach der Augenoperation kann es Ausserdem zu einem Druckanstieg kommen, was unter Umständen Schmerzen während der ersten Nacht verursachen kann. Sie erhalten Medikamente dagegen mit nach Hause, die Sie bei Schmerzen einnehmen sollten. Die Fixation der Linse verursacht keine Irisdefekte und berührt die eigene Linse nicht. Eine Graustar-Bildung tritt üblicherweise bei korrekter Operationstechnik nur selten auf, ist jedoch bei Berühren der Linse nicht ganz unwahrscheinlich. Auch diese Komplikation ist jedoch sehr selten. Durch das Operationstrauma kommt es zum Verlust von Zellen auf der Hornhautrückfläche (wenige Prozent). Setzt sich dieser Trend nach der Augenoperation längere Zeit fort, müßte die Entfernung der Linse diskutiert werden. Auch diese Komplikation ist aber selten.

Am Tag vor der Augenoperation dürfen Sie bis Mitternacht essen, am Operationstag ist es erlaubt, bis spätestens 3 Stunden vor Beginn des Eingriffs klare Getränke zu sich zu nehmen (kein Kaffe, keine Milchgetränke, kein Alkohol).

Das Verlassen der Klinik sollte nur in Begleitung einer erwachsenen Person erfolgen. Für die ersten 24 Stunden ist es empfehlenswert, jederzeit eine abrufbare Betreuungsperson zu haben. Möglicherweise ist Ihre Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit sowie Ihr Urteilsvermögen in den ersten Stunden nach der Augenoperation vermindert. Während den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff sollten Sie sich deshalb nicht als Fußgänger ohne Begleitung in dichten Straßenverkehr begeben, kein Fahrzeug lenken, sich sportlich nicht betätigen, keine gefährlichen Maschinen bedienen sowie keine wichtigen Entscheidungen treffen. Diese Massnahmen dienen nur Ihrer eigenen persönlichen Sicherheit.

Studien über viele Jahre zeigen in den meisten Fällen problemlose und gute Verläufe (Komplikationsrate unter 2%). Der grosse Vorteil dieser Augenoperation liegt in der schnellen Rehabilitation und Stabilisation der Korrektur, der Reversibilität des Eingriffes (Möglichkeit der Entfernung der Linse bei Auftreten von Problemen) und der optisch besseren Abbildung des Bildes auf der Netzhaut im Vergleich zu anderen refraktiven Eingriffen (Excimer LASIK). Es besteht ausserdem eine Stabilität der Korrektur nach der Augenoperation, solange sich das Auge selbst nicht verändert.