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Gesundheitswesen im Umbruch –

Gedanken über die Kosten und deren  Finanzierung

Die folgende Story zeigt grosse Ähnlichkeit mit der Finanzierung der Kosten im Gesundheitswesen.

Stellen Sie sich vor 3 Produzenten fabrizieren das gleiche Fahrzeug. Die Herstellerkosten sind beim ersten 24000 Franken, beim zweiten 12000 Franken und beim dritten 5000 Franken. Man weiss, dass ein Kunde bereit ist ca 6000 Franken für das Produkt zu bezahlen (siehe Folie 1). Welcher Produzent wird überleben? Sie denken wohl der Dritte? Falsch, denn Produzent eins und zwei haben einen «Götti» der den Verlust deckt. Der Kunde hat ausserdem einen Sponsor, dem es suspekt scheint, dass der Produzent Nummer drei überhaupt noch etwas an der Produktion verdient. Der Sponsor sucht das Gespräch mit dem Götti und vereinbart mit ihm einen noch tieferen Preis als den zu welchem der Produzent drei das Fahrzeug anbietet, um den lästigen Billigproduzenten aus dem Markt zu drängen. Produzent Nummer drei muss effektiv wenig später die Tore schliessen. In der Folge wird das Fahrzeug wieder teurer. Die Schuld wird dem Produzenten drei zugeschoben, welcher zuviel verdient habe.

Mit der Zeit bekommt der Götti finanzielle Probleme, da die Verkaufvolumina höher werden und muss Abstriche am Komfort der Autos verlangen.

In der Folge laufen dem Produzenten eins und zwei die Produktionskosten weiter davon und der Götti verlangt nun auch bei der Forschung zu sparen. Auch der Sponsor ist nicht in der Lage mehr zu bezahlen, da er die Verwaltungskosten nicht in den Griff bekommt. Das Fazit: ein schlechtes und trotzdem teures Auto.

Sicher haben Sie bemerkt, dass es sich bei Produzent eins und zwei um ein staatliches Spital, beim Götti um den Staat (Steuerzahler) und beim Sponsor um die Versicherer handelt (Krankenkasse, IV, SUVA)

Das Beispiel zeigt zu welchem Resultat staatliche Planwirtschaft führt: hohe Kosten bei schlechter Qualität und schlechter Arbeitsmotivation verbunden mit der Garantie, dass niemand zuviel verdient. Im Gegensatz dazu ist  die «staatlich gelenkte» Privatwirtschaft gezwungen innovativ zu sein und Qualität zu bieten (gutes Preis/Leistungsverhältnis).

Bei der Diskussion über die Kosten im Gesundheitswesen stellt sich immer wieder die Frage, ob der Preis, den wir dafür bezahlen müssen wirklich so hoch ist. Vergleichen wir doch einmal die Ausgaben für die Gesundheit mit denen, die der Durchschnittsschweizer (vom Baby bis zum Greisen)  für sein Auto ausgibt.(siehe Folien 2, 03 und 04). Man kann feststellen, dass die Auslagen für das Auto sogar noch höher liegen als diejenigen für die Gesundheit. Beachtenswert ist, dass die Belastung durch die Krankenkassenprämien diejenigen durch Benzin und Autoversicherungen nur geringfügig übersteigen.

Interessant ist auch der Vergleich von Zigaretten und Krankenkassenprämie (s. Folie 05). Auch hier das gleiche Bild. Bei Konsum eines Päckleins pro Tag resultiert pro Jahr ein ähnlicher Betrag wie für die Prämie der Krankenkasse.

Immer wieder hört man von der Explosion der Kosten im Gesundheitswesen. Auch hier ist ein Vergleich interessant: Der Anstieg bewegt sich in ähnlichem Rahmen wie die Kostenzunahme beim Bundeshaushalt (s. Folie 06). Die Leistungserbringer sind also in guter Gesellschaft mit denen, die uns vorwerfen wir seien zu teuer!

Auch die Personalkosten im Gesundheitswesen bewegen sich in etwa parallel zur Anzahl der Angestellten (s. Folie 07).

Wie steht es mit den Kosten für häufig durchgeführte Operationen? Sollen diese ins Ausland «verlegt» werden wie ab und zu gefordert wird?

Ein Vergleich mit Thailand zeigt Erstaunliches: In der Schweiz kostet eine Graustaroperation 2900 Franken, in Thailand 1500 Franken. Eine Krankenschwester verdient in der Schweiz ca. 6000 Franken, in Thailand 250 Franken! Die Rechnung ist einfach: in der Schweiz kostet die Operation ca die Hälfte eines Monatslohnes einer Krankenschwester, in Thailand etwa sechs mal den Monatslohn!

Nun kann sich jeder seine Gedanken machen, ob unser exzellentes Gesundheitswesen zu teuer ist oder ob damit nur Politik gemacht wird!


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Vereinigung Zentralschweizer Augenärzte (VZA)